Florian Unger, Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main.
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Ziel der Richtlinie ist es, Produkte vom Markt zu verdrängen, die besonders ineffizient Strom verbrauchen. Ein besonders bekanntes Beispiel hierfür ist die „Ausphasung“ der Glühlampe. Das ist gut für die Steigerung der Energieeffizienz in Europa und auch positiv für den privaten Geldbeutel. Bereits im Jahre 2009 begann der Stufenplan der EU mit der Ausphasung der 100-W-Glühlampe. Ab 2011 ging es dann dem beliebtesten Leuchtmittel im Haushalt an den Kragen: Der 60-W-Glühlampe. Damals herrschte unter den Verbraucherinnen und Verbrauchern große Aufregung. Das muss nicht sein.

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Team Frankfurt fragt Energieeffizienz-Experte Florian Unger vom Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main, was Verbraucherinnen und Verbraucher wissen müssen.

Herr Unger, erst werden Glühlampen verboten und jetzt trifft es Halogenlampen. Sind LED-Lampen und Energiesparlampen wirklich besser für die Umwelt?

Florian Unger: Das sind sie in der Tat. Energiesparlampen und vor allem die LED-Lampen sind deutlich wirkungsvoller und benötigen weniger Strom, als dies bei der guten alten Glühlampe der Fall ist. Der Wirkungsgrad einer Glühlampe liegt oft im Bereich von 5 Prozent der eingesetzten elektrischen Energie. Die restlichen 95 % der Energie werden als Wärme abgestrahlt. Man kann also sagen, dass die klassische Glühlampe ein ziemlicher Energieverschwender ist. Halogenlampen sind mit einem Wirkungsgrad von zirka 10 Prozent hier schon ein wenig besser. Die heutigen LED-Lampen kommen im Vergleich dazu schon auf einen Wirkungsgrad von bis zu 50 Prozent.

Welche Alternative empfehlen Sie für die Halogenlampe? 

Florian Unger: Als Alternative zur Halogenlampe hat sich in den vergangenen Jahren flächendeckend die LED durchgesetzt. Hier bieten die Hersteller für alle Einsatzbereiche im Haushalt ein umfangreiches Sortiment an. Im Handel werden aus diesem Grund oftmals auch nur noch LEDs angeboten.

Bei Halogenlampen war die Watt-Angabe wichtig. Bei LEDs sind jetzt Werte wie Lumen und Kelvin entscheidend. Damit kennen sich viele Verbraucherinnen und Verbraucher nicht so gut aus. Auf welche Werte muss ich beim Kauf einer LED-Lampe achten?

Florian Unger: Wichtig ist, dass beim Kauf einer LED-Lampe der Einsatzzweck hinterfragt wird. Benötige ich ein Leuchtmittel für eine Bürosituation, dann greift man tendenziell zu einer LED mit funktionalem Licht, also tageslichtweiß mit bis zu 6.500 Kelvin. Für ein Leuchtmittel im Wohnbereich, wo man in der Regel eine warmes Licht haben möchten, greift man auf LEDs mit warmweißen Licht mit 2.500 bis 3.000 Kelvin zurück.

Die Lumen-Angabe gibt einfach an, wie hell eine LED ist. Hier spricht man auch vom Lichtstrom der von einer Lampe abgegeben wird. Je höher die Lumen-Zahl ausfällt, umso heller leuchtet auch die Lampe. Hier kann man sich eine grobe Faustregel merken: Die Wattzahl einer LED mal fünf entspricht ungefähr der Leistung einer Glühlampe mit gleicher Helligkeit.

Und was ist mit Energiesparlampen? Wie unterscheiden sich diese von LEDs und welchen Vorteil haben sie?

Florian Unger: Bei den als Energiesparlampen bezeichneten Leuchtmitteln handelt es sich um sogenannte Kompaktleuchtstofflampen bzw. Gasentladungslampen. Dieser Lampentyp ist deutlich effizienter als die Glühlampe oder die nun ausgephaste Halogenlampe. Die Energiesparlampe hat jedoch eine größere Auswirkung auf die Umwelt als die LED-Lampe. So enthalten die neueren Energiesparlampen - wenn auch nur in sehr geringen Mengen - immer Quecksilber in gebundener Form. Die Nutzung einer solchen Lampe ist grundsätzlich problemlos, wenn sie richtig entsorgt wird.

Aus Verbrauchersicht hat eine Energiesparlampe gegenüber der LED-Lampe jedoch inzwischen keinen echten Vorteil mehr. Früher hatten Energiesparlampen noch an der Stelle ihre Vorteile, wo die Lichtfarbe der Lampe keine große Rolle gespielt hat. Ein Anwendungsbereich wäre hier zum Beispiel in der Garage oder im Keller. Inzwischen ist die klassische Energiesparlampe jedoch im Haushalt komplett durch die LED-Lampe abgelöst worden. In unseren Beratungen spielt sie eigentlich keine Rolle mehr.

Wie kann ich alte Halogenlampen umweltfreundlich entsorgen? Altglas? Restmüll? Oder doch Sondermüll?

Antwort Florian Unger: Eine Halogenlampe besteht aus Glas, Metall und einer Spur Halogene. Die Entsorgung ist problemlos über den häuslichen Restmüll möglich. Es ist also nicht notwendig, Halogenlampen im Sondermüll zu entsorgen.

Wo erhalte ich weitere Informationen? Welche Website können Sie empfehlen?

Florian Unger: Im Internet finden sich zu diesem Thema zahlreiche Informationen. Einen guten Überblick zum Thema Beleuchtung & Energiesparen findet sich zum Beispiel auf der Webseite von CO2online. Auch auf unserer eigenen Seite, www.frankfurt-spart-strom.de, haben wir eigene Hinweise zum Beleuchtungsthema eingestellt. Wer mehr Informationen zur Entsorgung von Leuchtmitteln in Erfahrung bringen will, kann sich auch gut auf der Seite von Lightcycle informieren.

Fotoquelle: Energiereferat/Foto: Salome Roessler 

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