Klimafreundlich putzen. Quelle: iStock-1141930279_gilaxia

Ob ungeliebte Pflicht oder heimliche Passion: Putzen muss sein! Doch unsere Routinen haben Auswirkungen aufs Klima. Zeit, genauer hinzusehen – damit wir uns beim nächsten Großreinemachen nicht nur auf ein sauberes Zuhause freuen können, sondern auch auf das gute Gefühl, das Klima zu schonen.

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1. Lieber jetzt als gleich

Wenn Schmutz sofort beseitigt wird, fällt das Putzen leichter. Essensrückstände auf dem Herd sollten direkt entfernt werden, damit sie nicht stärker einbrennen können. Auch Wasserflecken sollten gar nicht erst die Chance haben, zu trocknen und Kalkränder zu bilden. Wassertropfen auf Armaturen können nach der Benutzung mit einem Tuch weggewischt werden. In der Dusche hilft der Abzieher, hartnäckige Kalkablagerungen zu verhindern. Eine Sauberlaufmatte kümmert sich darum, dass kein Dreck von draußen in die Wohnung oder das Haus gelangt. Kurzum: Ein bisschen vorzubeugen und einen regelmäßigen Turnus beizubehalten, spart Kraft und Reinigungsmittel – und schont damit auch das Klima.

 

Quelle: Umweltbundesamt: „Umweltbewusst reinigen“

 

2. Unverzichtbarer Freund und Helfer
 

Ungefähr 39 Millionen Staubsauger verrichten in Deutschland ihr Werk und verbrauchen dabei zusammen rund 3,4 Milliarden Kilowattstunden Strom im Jahr. Während einer 8-jährigen Lebensdauer können die Energiekosten höher sein als der Kaufpreis. Trotzdem lohnt es sich meist weder ökologisch noch ökonomisch, ein funktionierendes Gerät vorzeitig auszutauschen. Ist eine Neuanschaffung unumgänglich, geben Ökotest und Stiftung Warentest Orientierung. Das EU-Energielabel, das zum Beispiel auf Waschmaschinen schnell Auskunft über die Energieeffizienz gibt, kann aufgrund eines Urteils des EU-Gerichts derzeit nicht für Staubsauger genutzt werden. Immerhin dürfen seit 2017 in Europa nur noch Staubsauger mit weniger als 900 Watt neu auf den Markt gebracht werden. Doch auch das sparsamste Gerät benötigt Strom. Deshalb sollte man nicht bei jedem Krümel gleich zum Staubsauger, sondern lieber öfter zum Handbesen greifen. Wer mit einem Saugroboter liebäugelt, muss bedenken, dass diese laut Stiftung Warentest mit der Saugleistung und Filterwirkung eines guten Staubsaugers nicht mithalten können. Sie sind eher Ergänzung als Ersatz – und damit ein weiteres Gerät, das Energie verbraucht.

 

Quellen: Umweltbundesamt: „Staubsauger“; Blauer Engel: „Staubsauger“; Stiftung Warentest: „Saugroboter im Test“

 

3. Weniger ist mehr

 

Klar: Putzmittel sind umweltschädlich, weil sie das Abwasser mit Chemikalien belasten. Ein bewusster Umgang mit ihnen sollte also ohnehin selbstverständlich sein. Für den Klimaschutz fällt der Verpackungsaspekt besonders ins Gewicht. Alles, was im Müll landet, schädigt das Klima gleich dreifach: bei der Herstellung, beim Transport und bei der Entsorgung. Insgesamt reichen vier verschiedene Putzmittel aus. Neben einem neutralen Allzweckreiniger sind das Essigreiniger oder Zitronensäure, Spülmittel und Scheuerpulver. Nachhaltigkeitssiegel wie der Blaue Engel oder das EU Ecolabel (die Euroblume) helfen, vergleichsweise umweltschonende Produkte zu finden. Zur Müllvermeidung empfehlen sich Konzentrate und Nachfüllpackungen. Neu auf dem Markt sind Tabs, die in eine Putzmittelflasche gegeben und mit Wasser aufgelöst werden. Das spart Verpackungsmüll und – aufgrund des geringen Volumens und Gewichts der Tabs – auch CO2-Emissionen beim Transport. Bei der Verwendung von Putzmitteln gilt der Leitsatz: so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Auf Einweg-Putzhilfen wie Staubtücher sollte man ganz verzichten.

 

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit: „Schon gewusst … wie der Frühjahrsputz umweltfreundlich wird?“; Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit: „Klimaschutz heißt weniger Müll“; NABU: „Umweltfreundlicher putzen“; Verbraucherzentrale: „Umweltfreundliche Putzmittel“

 

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Ein Allzweckreiniger lässt sich auch selbst herstellen:
 

  • eine Tasse warmes Wasser und einen Teelöffel geriebene Kernseife in einen Topf geben,
  • mit einem Schneebesen verrühren, bis sich die Kernseife aufgelöst hat, und etwas abkühlen lassen,
  • einen Teelöffel Natron und einen Spritzer Zitronensaft hinzugeben, umrühren und vollständig abkühlen lassen.


Jetzt ist der Universalreiniger bereits fertig und kann in eine Sprühflasche gefüllt werden.


Quelle: smarticular: „Natron-Allzweckreiniger im Handumdrehen selbst herstellen“

 

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4. Cool bleiben!

 

Heißes Leitungswasser, das beim Putzen oft reichlich fließt, braucht viel Energie und verursacht damit Treibhausgase – schließlich muss es aufbereitet, transportiert und erwärmt werden. Wasserwerke emittieren pro Kubikmeter rund 0,36 kg CO2. Die Bilanz für das Erwärmen der gleichen Menge Wasser liegt hingegen bei 10 kg CO2. Der Eindruck, dass das Putzen mit heißem statt mit lauwarmem oder kaltem Wasser leichter gelingt, trügt oft. Es kann sogar sein, dass das Putzmittel bei zu warmem Wasser nicht richtig funktioniert und sich Streifen bilden. Die Anwendungsempfehlung des Herstellers ist also Pflichtlektüre.

 

Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit: „Klimaschutz erfrischt“

 

5. Kleine Maßnahme, große Wirkung

 

Es wird gerne vergessen, bringt aber viel: das Entkalken. Wird die Kalkschicht in Kaffeemaschine und Wasserkocher regelmäßig mit Zitronensäure entfernt, bleibt die Wärmeabgabe an das Wasser optimal und der Energiebedarf so gering wie möglich.
 

Quelle: Umweltbundesamt: „Umweltbewusst reinigen“

 

Die Beispiele zeigen: Es lässt sich an vielen kleinen Stellschrauben drehen, um das Putzen insgesamt klimafreundlicher zu machen – und dabei spart man nicht nur CO2, sondern oft auch Zeit und Geld. Ziemlich clever!

 

Bildquelle: iStock-1141930279_gilaxia

| von Team Frankfurt