Maike Thalmeier: Klimaschutz positiv wahrnehmen

Klimaschutz positiv wahrnehmen


Klimaschutz und Nachhaltigkeit bedeuten für Maike Thalmeier persönlicher Gewinn und Genuss statt Verzicht und Einschränkung. Sie fährt Fahrrad statt Auto, weil das in der Stadt meist schneller geht, fast nichts kostet und das tägliche Fitnessprogramm gleich automatisch integriert ist. Ganz nebenbei spart Fahrradfahren CO2 und schont das Klima. Solche positiven Seiten zu vermitteln, liegt Thalmeier ganz besonders am Herzen. Dafür arbeitet sie an zahlreichen Projekten: Eines davon ist die jedes Jahr stattfindende Klimagourmet-Woche des Energiereferates der Stadt Frankfurt am Main, die sie mit ihrem Kommunikations-Studio „UBERMUT“ mit ins Leben gerufen hat. In dieser Zeit finden zahlreiche Veranstaltungen rund um den Zusammenhang von Ernährung und Klimaschutz statt und laden zum Informieren, Diskutieren sowie zum gemeinsamen Kochen und Genießen ein.

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„Es ist schön, gemeinsam an einer lebenswerten Zukunft zu arbeiten!““

Über die Sinnfrage zur Nachhaltigkeit


Eine Sensibilität für das Thema „Ernährung“ wurde Thalmeier bereits in die Wiege gelegt: „Mein Vater ist Koch und hat mit mir schon ganz früh die Lebensmittelverpackungen ‚umgedreht‘, um zu schauen, was da so drin ist.“ Ihr Weg führte sie zunächst in die Agenturwelt. Sie konzipierte große Veranstaltungen für namhafte Kunden. „Natürlich war das toll und spannend: Diese große, schöne, glitzernde Welt! Ständig auf Reisen sein, in schönen Hotels übernachten, interessante Menschen treffen. Allerdings war das auch ein sehr ressourcenintensives Arbeiten, sowohl die Materialien als auch die Menschen betreffend“, erzählt Thalmeier. Zunehmend stellte sie sich die Frage nach dem Sinn des Ganzen.

Sinnhafter erschien es ihr – zunächst neben dem Agenturjob – ihre Energie in die Organisation von Carrotmobs in Frankfurt zu investieren: Eine Art positiver Protest als Abstimmung per Geldbeutel. Dabei kaufen möglichst viele Menschen während einer bestimmten Zeit im Stil eines Flashmobs gemeinsam bei einem Geschäft ein, das sich zuvor verpflichtet hat, einen möglichst großen Teil des Umsatzes in höhere Klimafreundlichkeit zu reinvestieren. Eine Energieberatung durch das Energiereferat stellte die sinnvolle Verwendung der Gelder sicher.

Schließlich entschied sich Thalmeier komplett für die Selbstständigkeit als freie Konzepterin und Beraterin für Kommunikation. Sie beteiligte sich an der Organisation der Karmakonsum-Konferenzen in Frankfurt, einer Fachkonferenz im Bereich nachhaltiges Leben und Wirtschaften, und begann, selbst Workshops und Vorträge zu halten. Thalmeier arbeitet eng mit der Frankfurter Agentur für Nachhaltigkeitskommunikation „organic“ zusammen und gründete gemeinsam mit Lena Elfrath und Claudia Stiefel das Studio für Kommunikation „UBERMUT“. Mit diesem setzen die Gründerinnen ausschließlich Projekte im Nachhaltigkeitsbereich um. Aktuell arbeitet Thalmeier unter anderem an

  • der Klimagourmet-Woche des Energiereferates (Details siehe weitere unten),
  • dem Aufbau eines Netzwerkes für nachhaltige Mode in Frankfurt,
  • der kommunikativen Begleitung der INNATEX, der Pionier-Fachmesse für Naturtextilien und Sustainable Fashion sowie
  • der Kommunikation und an Aktionen für das Umweltzeichen „Blauer Engel“.

Engagement für eine lebenswerte Zukunft

Dabei sieht sie ihre Arbeit in einem größeren Zusammenhang:„Ganz besonders wichtig ist mir, dass wir uns als Gesellschaft eine lebenswerte Zukunft bewahren. „Wenn wir nicht aufpassen, wird sich unser Leben in den nächsten Jahren sehr schnell und massiv verändern. Komplett aufhalten können wir den Klimawandel nicht mehr. Das heißt, wir reden aktuell auch über Klimaanpassung“, so Thalmeier. Vor diesem Hintergrund möchte sie für das Thema „Klimaschutz“ sensibilisieren und den Blick darauf lenken, dass es Spaß machen kann, dazu beizutragen. Dabei stößt sie durchaus auch auf Abwehr: „Viele Menschen verbinden mit Klimaschutz immer noch das Gefühl, dass ihnen etwas weggenommen wird und sie vorgeschrieben bekommen, wie sie ihr Leben führen sollen. Da braucht es manchmal eine gewisse Frustrationstoleranz“, erzählt Thalmeier.

Gleichzeitig trifft sie bei ihrer Arbeit jede Menge engagierte Menschen, mit denen sehr viel Wissensaustausch stattfindet. „Meist ergeben sich aus Projekten und Artikeln, die ich veröffentliche, neue Kontakte, zum Beispiel über die sozialen Medien – auch der Freundes- und Bekanntenkreis ist nicht zu unterschätzen.“ Genau das mag sie an ihrem Job: „Mich begeistert der Umgang mit positiven Visionen für eine bessere Welt! Natürlich klappt nicht immer alles, dennoch: Es ist schön, gemeinsam an einer lebenswerten Zukunft zu arbeiten!“, fasst Thalmeier ihre Motivation zusammen und hofft: Ich möchte mit meinen Fähigkeiten zu einem gesellschaftlichen Wandel beitragen, hin zu einem bewussteren Umgang mit uns selbst und unserer Welt. Dazu gehört unter anderem der Klimaschutz.“

Gemeinsames Projekt mit dem Energiereferat: Klimagourmet-Woche


In diesem Zusammenhang steht ihr Engagement für die Klimagourmet-Woche, die 2019 bereits zum sechsten Mal stattfindet. Entstanden ist sie auf Basis der interaktiven Klimagourmet-Ausstellung des Energiereferates: Die von der UNESCO mehrfach ausgezeichnete Wanderausstellung vermittelt spielerisch die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Klima und Umwelt, wie Treibhauseffekt, Wahl der Lebensmittel, Produktionsaufwand und Transport. Während der Klimagourmet-Woche ist die Ausstellung in Frankfurt zu sehen. Außerdem bieten verschiedene Initiativen, Unternehmen und Vereine in dieser Zeit zahlreiche Veranstaltungen zu ganz verschiedenen Aspekten rund um „Ernährung und Klimaschutz“ an. Ließen sich die Aktionen im ersten Jahr noch an zwei Händen abzählen, können die Besucher mittlerweile aus über 40 Workshops, Filmvorstellungen und Vorträgen an zehn Tagen wählen. „Die Resonanz hat definitiv zugenommen. Klimaschutz wird immer wichtiger, das Thema interessiert mehr und mehr Menschen und sie suchen aktiv nach Informationen“, fasst Thalmeier zusammen.

Fotos: Salome Roessler

| von Team Frankfurt