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Das Museum für Kommunikation in Frankfurt erstrahlt in energieeffizientem LED-Licht. Fertig installiert im Oktober 2018 ist die moderne Beleuchtungsanlage der finale Meilenstein einer mehrjährigen energetischen Sanierung des Gebäudes. Geplant und umgesetzt hat diese Burkhard Frisch-Atzenroth, Verwaltungsleiter des Museumsstandortes Frankfurt und Kaufmännischer Leiter der Museumsstiftung Post und Telekommunikation. Sie betreibt neben dem Standort Frankfurt die Museen für Kommunikation in Berlin, Bonn und Nürnberg. Der studierte Kunsthistoriker und Diplom-Verwaltungswirt hat bereits im Jahr 2002 begonnen, sich mit den Möglichkeiten zu beschäftigen, Energie einzusparen: „Damals bot das Energiereferat der Stadt Frankfurt einen ‚Energiesparcheck‘ an. Ziel war es, herauszufinden, wohin die Energie fließt, wie sie sich verändert und wo wir Gas oder Strom einsparen können“, erzählt Frisch-Atzenroth.

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„Mir geht es generell darum, den Energieverbrauch deutlich zu reduzieren!“
Frisch-Atzenroth
Burkhard Frisch-Atzenroth kümmert sich um Energieeffizienz im Museum für Kommunikation. Foto: Salome Roessler

 

Hoher Stromverbrauch durch Beleuchtung und Vollklimatisierung

Anlass waren damals die steigenden Energiekosten. Einfache Stromsparmaßnahmen, wie beispielsweise die Klimaanlagen stundenweise abzuschalten, senkten den Verbrauch bereits um einiges. Gleichzeitig nutzte das Museum den liberalisierten Strommarkt und stellte auf zertifizierten Strom um, der zu 100 Prozent regenerativ und damit ökologisch ist. Allerdings blieb der Verbrauch insgesamt sehr hoch: Im Jahr 2003 lag er noch bei 1,15 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Heute bezieht das Museum für Kommunikation dagegen nur rund 465 Kilowattstunden zertifizierten Strom. Gebraucht wird dieser zum einen für die Beleuchtung und zum anderen für die vielfältigen haustechnischen Anlagen. Frisch-Atzenroth nutzte die Ergebnisse des Energiesparchecks und startete die schrittweise Sanierung des kompletten Gebäudes.

Haustechnische Anlagen wurden zuerst ausgetauscht

Zuerst war die Heizungs- und Kältetechnik dran: Die alte Gasheizung wurde durch ein energieeffizientes Blockheizkraftwerk ersetzt. Seitdem gewinnt das Museum Energie aus der Kraft-Wärme-Kopplung und produziert einen Teil des benötigten Stroms selbst. Die alte Kältetechnik wurde durch eine hocheffiziente moderne Anlage abgelöst. Nachdem auch die zahlreichen Lüftungsanlagen schrittweise saniert waren, blieb schließlich noch die Beleuchtung: „Es war uns vollkommen klar, dass diese einen immensen Strombedarf hat, schließlich ist das Museum an 361 Tagen im Jahr in der Regel zwölf Stunden pro Tag in Betrieb“, erinnert sich Frisch-Atzenroth. Die Entscheidung fiel auf die LED-Technik, ermöglicht  durch eine großzügige Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die in den letzten Jahren stark weiterentwickelte Technik ließ nicht nur den Stromverbrauch deutlich sinken, sondern darüber hinaus auch die Emissionen im Infrarotbereich. Das wiederum kommt den einzigartigen historischen Ausstellungsobjekten zugute. „Insgesamt können wir mit den LEDs die CO2-Emissionen um mindestens 50 Prozent reduzieren“, zeigt sich Frisch-Atzenroth stolz. Um die Energieeinsparungen weiter zu optimieren, wurde zudem eine Steuerungstechnik installiert: Neben Bewegungsmeldern schalten Tageslichtsensoren die Beleuchtung ein und aus oder dimmen sie und regeln so den Energiebedarf zusätzlich. Insgesamt ist er mit dem Projektverlauf sehr zufrieden. Dabei gab es durchaus einige Herausforderungen.

Sanierung während laufendem Museumsbetrieb

Da die LEDs in die abgehängten Decken montiert wurden, mussten diese ebenfalls saniert werden. Eine große Herausforderung bestand darin, die Baumaßnahmen mit dem laufenden Museumsbetrieb zu koordinieren. Dafür wurde die Sanierung in zwei Bauabschnitte eingeteilt, die so weit wie möglich außerhalb der Öffnungszeiten umgesetzt wurden. Der erste Bauabschnitt fand während der Neugestaltung der Dauerausstellung „Mediengeschichten neu erzählt!“ im Jahr 2017 statt: Rund 3.000 Quadratmeter im Untergeschoss erhielten damals die neue Beleuchtung. Der zweite Bauabschnitt folgte in 2018. Dafür wurde das Museum im September geschlossen. „Während dieser Zeit sollten die LEDs in den restlichen Räumen eingebaut werden. Allerdings hatten wir mit einer Lieferverzögerung zu kämpfen, sodass diese nicht rechtzeitig da waren“, erzählt Frisch-Atzenroth. Ein Teil der Räume hatte deshalb in den ersten zwei Wochen nach der Wiedereröffnung zunächst noch keine Beleuchtung. Diese wurde anschließend mit Hochdruck am Wochenende und nachts montiert.

Nach der Sanierung ist vor der Sanierung

Auch wenn die Sanierung in Frankfurt abgeschlossenen ist, bleibt das Thema Energiesparen für Frisch-Atzenroth aktuell. Im nächsten Jahr steht die energetische Sanierung am Museumsstandort Berlin an. Er freut sich darauf: „Für mich ist das eine interessante, abwechslungsreiche und sinnvolle Aufgabe.“ Schließlich liegt ihm der Klimaschutz sehr am Herzen: „Mir geht es generell darum, den Energieverbrauch deutlich zu reduzieren! Der Klimawandel ist aus meiner Sicht ein großes Problem. Ich versuche, beruflich und privat meinen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, fasst er sein Bestreben zusammen. Dafür hat Frisch-Atzenroth sein Auto abgeschafft, fährt stattdessen Bahn und verzichtet auf Flüge.

| 0 Kommentare | von Team Frankfurt
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