Das Kellertheater hat seine Beleuchtung auf LED umgestellt.
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Bettina Sachs und Fabian Kania engagieren sich im Kellertheater Frankfurt. Sie haben sich darum gekümmert, dass die Bühne in dem freien, vollständig ehrenamtlich betriebenen Theater in klimafreundlichem Licht erstrahlt. Gefördert von der Stadt Frankfurt konnte das Theater die alten Halogenscheinwerfer komplett durch neue LEDs ersetzen. Das tut dem Klima gut, spart Strom und überzeugt Schauspieler sowie Besucher.

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„18 klimafreundliche LEDs machen wunderschönes Bühnenlicht! - Bettina Sachs und Fabian Kania, Kellertheater Frankfurt“

Als die neue LED-Bühnenbeleuchtung im Kellertheater in Betrieb genommen wurde, waren alle begeistert: Die LEDs sind den herkömmlichen Halogenlampen absolut ebenbürtig, senken den Stromverbrauch des Hauses um über 50 Prozent und lassen die Bühne weniger heiß werden. Finanziell unterstützt durch die Stadt Frankfurt am Main hat das Kellertheater seine Bühnenbeleuchtung vollständig auf klimafreundliche LEDs umgestellt. Die Detailplanung und Umsetzung lag vor allem in den Händen von Bettina Sachs und Fabian Kania, die sich beide nebenberuflich im Kellertheater engagieren. Sie hatten vor allem mit Zweifeln an der Lichtqualität zu kämpfen.

Förderprogramm ermöglicht Umstellung  


Als im Vorstand des Kellertheaters 2016 die Idee zur Erneuerung der Scheinwerfertechnologie aufkam, fügten sich drei glückliche Umstände zusammen: Zum einen stammte die alte Lichtanlage aus Halogenlampen aus dem Jahr 1980 und war somit reif für eine Erneuerung. Zum anderen hatte sich das Kellertheater ein finanzielles Polster angelegt, das es zu investieren galt. Die Stadt Frankfurt hatte zu diesem Zeitpunkt die „Richtlinie zur Förderung des effizienten Energieeinsatzes in Bühnenbetrieben in Frankfurt am Main“ entwickelt und gestartet.

„Davon haben wir erfahren und fanden, dass das eine gute Kombination ist. Mit unserem finanziellen Polster hätten wir die Erneuerung der Bühnenbeleuchtung zwar beginnen, aber niemals komplett auf klimafreundliche LEDs umstellen können“, erzählt Fabian Kania. Er ist seit 1990 Schauspieler beim Kellertheater. Seit 2006 ist der hauptberufliche Banker Mitglied im Vorstand, wo er für die Finanzen zuständig ist. Nachdem die Entscheidung für die Erneuerung getroffen war, ging es zunächst an die Antragstellung, bevor mit der Planung und Umsetzung begonnen werden konnte. Die Fäden dafür liefen hauptsächlich bei Fabian Kania und Bettina Sachs zusammen. Sachs ist Geschäftsführerin einer IT- und Telekommunikationsfirma. Sie ist seit 1990 als Schauspielerin und Regisseurin und seit 2014 als Vorstandsmitglied im Kellertheater, wo sie für die Programmgestaltung und Koordination zuständig.

Bühnenbeleuchtung war größter Energiefresser


Entsprechend der 2016 entwickelten und bis Ende 2019 verlängerten Förderrichtlinie übernimmt die Stadt Frankfurt in kleineren Kultureinrichtungen mittlerweile zwischen 30 und 65 Prozent der förderfähigen Kosten für Energiesparmaßnahmen. So hat das Kellertheater zirka 37.000 Euro aus Eigenmitteln investiert und wurde dabei von der Stadt Frankfurt mit 45.848 Euro – das entspricht 55 Prozent – gefördert. Voraussetzung war eine Energieberatung, um die größten Energiefresser zu identifizieren. Diese ergab, dass das größte Stromsparpotenzial mit einer Umstellung der Bühnenbeleuchtung auf LEDs zu realisieren ist. Hinzu kam, dass Scheinwerfertechnologie mit allem, was dazu gehört, sehr kostenintensiv ist. Die Förderung wurde hierfür wirklich gebraucht.

Neue Scheinwerfertechnologie macht LEDs salonfähig


„In einem ersten Schritt haben wir aufgenommen, was wir überhaupt brauchen und welche Anforderungen wir an die Bühnenbeleuchtung haben. Anschließend haben wir uns zu den verschiedenen Möglichkeiten beraten lassen und uns dann für einen Anbieter entschieden“, beschreibt Sachs den Ablauf. Dazu gehörten neben Kontakten mit verschiedenen Firmen auch Messebesuche sowie der Kontakt mit anderen Theatern und Veranstaltungshäusern, die ihre Bühnenbeleuchtung entweder teilweise oder komplett auf LEDs umgestellt hatten. Sachs und Kania wurden dabei in ihrem Vorhaben bestätigt: „Moderne LED-Technologie ist klimafreundlich und Halogenlampen absolut ebenbürtig“, fasst Sachs die Recherchen zusammen. Mit der Förderung durch die Stadt fiel die Entscheidung für den ganz großen Cut leichter: Das Kellertheater entschied sich für eine  komplette Umstellung der Bühnenbeleuchtung auf LEDs.

Neues Licht bedeutet neue Elektrik


24 Halogenscheinwerfer wurden durch 18 klimafreundliche LEDs ersetzt. Dafür war es notwendig, die komplette Infrastruktur zu erneuern:  „Das heißt, es musste die ganze Elektrik neu konzipiert werden und neue Leitungen gelegt werden. Das war sehr aufwendig. Anschließend die LEDs aufzuhängen, war dann relativ einfach“, erzählt Kania. Sachs ergänzt: „Hintergrund war, dass die Steuerung der Scheinwerfer über die Lichtpulte auf die alte Beleuchtung ausgerichtet war. Mit den neuen LEDs hat diese nicht mehr funktioniert. Es musste daher eine ganz andere Art der Verkabelung geschaffen werden.“ Die Umstellung brachte somit auch bauliche Maßnahmen mit sich. Um den Theaterbetrieb möglichst wenig zu stören, wurde sie auf die Sommerpausen 2017 und 2018 aufgeteilt. Als es schließlich geschafft war, waren alle begeistert. Schauspieler und Besucher sind ausnahmslos von der neuen Beleuchtung überzeugt: „18 klimafreundliche LEDs machen wunderschönes Bühnenlicht! Es kommt sehr positiv an, dass wir uns hier in Richtung Klimaschutz und Energieeffizienz bewegen“ fasst Sachs die Resonanz zusammen.

Stromverbrauch deutlich geringer


Durch die Umstellung auf LEDs wurde die Leistung der Bühnenbeleuchtung um über 80 Prozent von 20.950 auf 3.675 Watt reduziert. „Mit den klimafreundlichen LED-Scheinwerfern sparen wir über 8.500 Kilowattstunden Strom“, erklärt Kania. Wurden vorher insgesamt jährlich fast 16.000 Kilowattstunden verbraucht, sind es nach der Umstellung nur noch rund 7.500 Kilowattstunden. „Mit den durchgeführten Maßnahmen trägt das Kellertheater unmittelbar zum Klimaschutz bei, da künftig jährlich 4,5 Tonnen weniger Kohlendioxid ausgestoßen werden“, so Kania. Für sein Engagement wurde das Kellertheater 2018 mit der Klimaschutzplakette ausgezeichnet.

Für Sachs und Kania ist das eine schöne Anerkennung für das Projekt. Denn Klimaschutz liegt beiden sehr am Herzen: „Ich bin da gerade zwar etwas skeptisch und hoffe einfach, dass wir als Gesellschaft jetzt am Klimaschutz dran bleiben. Da macht mir die Fridays-for-Future-Bewegung wirklich Hoffnung“, sagt Sachs. Kania ist da etwas optimistischer: „Ich denke, dass wir gerade einen großen Transformationsprozess durchlaufen. Das braucht etwas Zeit und wir dürfen die Anstrengungen nicht aufgeben, eher müssen wir sie verstärken und dran bleiben. Ich denke, wir gehen in die richtige Richtung.“

Quelle Fotos: Energiereferat / Foto: Salome Roessler

| von Team Frankfurt